2 ErfahrungsberichtBen
qwertfisch edited this page 7 months ago

(Erfahrungsberichte von Umsteigern)

Ben

Bericht von 2005?

Vorgeschichte

Angefangen hat alles mit damit, dass mein Bruder mir erzählte, dass es da ein supertolles Layout gibt, das auf Geschwindigkeit optimiert ist! Nicht, wie dieses öde qwertz...

“Ich hab damit mal jemanden tippen sehen… superschnell… Die Vokale auf der einen Hand und die wichtigsten Buchstaben auf der anderen..."

Ein paar Jahre später, waren seine Worte schon lang in Vergessenheit. Ich muss meine Diplomarbeit schreiben und da bietet es sich doch an, gleich mal 10 Finger schreiben mitzulernen. Also setzte ich mich ran, durchforstete das Netz nach gescheiten Tipptrainingsprogrammen und übte fleißig, wie jeder andere: qwertz. Ein gutes Programm an das ich mich erinnerte, lief völlig webbasiert. Das war damals ein Vorteil, weil ich als Student bei Viag Interkom (jetzt o2) jobbte und in den Zeiten, wo keine Kundschaft war, konnte ich im Internet das Tippprogramm aufrufen.

Eine weitere motivierende Sache war damals, dass meine Freundin und ein guter Freund aus lauter Spaß an der Sache (und weil sie im Medizinpraktikum in der Schweiz verständnisslos angeschaut wurden, weil sie 2 Finger zum tippen benutzten!) gleich mittrainierten. Dadurch konnten wir uns immer gegenseitig motivieren: “Ätsch ich bin schon bei 150 Anschlägen!” - “Na und, ich hab dafür nur 2 % Fehlerrate!” usw.

Der richtige Durchbruch mit 10 Fingern kam dann erst, als ich endlich nicht mehr mails oder Usenetpostings mit 2 Fingern verfasste. Es war zwar immer eine Überwindung, nicht auf die Tasten zu schauen und 2 Finger zu nehmen, wo alles 3x schneller ging, aber ab diesem Zeitpunkt, ging es wirklich mit jedem Tag zunehmend schneller.

das Leben mit qwertz

Eine ganze Weile tippte ich mit qwertz. Erreichte eine Geschwindigkeit von etwa 350 Anschlägen pro Minute. Eine super Sache war da auch ein Spiel Namens »Crimsonland, welches besagter Freund endeckte. Das Spiel im normalen Modus gespielt ist natürlich Schwachsinn und dient maximal der Gehirnentlastung. (Aber es soll ja auch Leute geben, die stundenlang Solitaire spielen ;))) In diesem Modus kommen ein haufen Monster auf einen zu und wenn man auf sie klickt, knallt man sie halt ab, ein Diablo für Arme sozusagen...

Aber es gibt einen Spielmodus, der es in sich hat, der Typ’o’shooter! In diesem Modus kommen die Monster, haben aber Wörter über ihrem Kopf stehen. Tippt man dieses Wort ein, schießt man auf das Monster. Ist man zu langsam, dann ist das Monster zu schnell bei einem. Mit der Zeit werden die Wörter natürlich länger und es kommen mehr Monster!

Anmerkung von Jan Hendrik per mail: Man muss erst den Quest Mode im Normalen Schwiegigkeitsgrad durchgespielt haben, damit der Typ’o’Shooter freigeschaltet wird.

Wir haben das Spiel natürlich immer und immer wieder gespielt, um den anderen um noch einen Punkt zu überbieten. Ich habe später mal nach einem ähnlichen (evtl. freien) Spiel für Linux gesucht, aber leider nichts gefunden, was ähnlichen Spielspaß gebracht hat. (Nur bunte fischfressende Pinguine… von der coolen Musik im Spiel wie bei Crimsonland brauchen wir gar nicht erst anfangen!)

Nachdem ich dann eine Weile qwertz getippt und versucht hatte noch ein Stück schneller zu sein, fiel mir immer mal wieder das Zitat meines Bruders ein. Außerdem kam ich immer mal, wenn ich mit Grub rumspielte, mit dem qwerty in Kontakt, wo mir schnell auffiel, dass Tasten wie / und \ einfach besser liegen. Um so mehr nervte es mich diese Tasten zu drücken, wenn ich wieder auf qwertz kam. Erst überlegte ich, mich an qwerty zu gewöhnen, aber dann hätte ich das nervende Problem bei den Umlauten. Und immer wieder dachte ich an das “Wunderlayout” welches wie von alleine schreibt…

die Suche nach dem “Wunderwerkzeug”

Als erstes schaute ich mir natürlich dvorak an. Ich dachte mir, dass es von Vorteil sein würde, wenn man ein bekanntes Layout nimmt, weil das öfter schon auf anderen Computern vorhanden ist. An dem reinen dvorak störte mich aber schnell, dass es keine Umlaute gibt. Außerdem wollte ich ja eine deutsche Tastatur… Ich fand aber nach kurzer Zeit dvorak-de. Sogar mehrere Versionen. Der Typ-II sah ganz gut aus und ich fing an ihn zu üben. Das üben war sehr müßig, da ich im täglichen Gebrauch erstmal weiter qwertz tippte und nur zum üben umschaltete. Es war wieder das gleiche Problem wie damals beim 10-Finger lernen. Nach etwa zwei Monaten konnte ich mit dvorak-de-II so halbwegs blind tippen. (vielleicht 100 Anschläge)

In dieser Zeit führte ich viele Diskussionen mit meinem Bruder, ob es denn sinnvoll sei, ein ergonomisches Layout zu lernen oder nicht. Es gibt viele Seiten dazu im Netz (einfach mal googeln). Mein Bruder vertrat (und vertritt noch) dabei zuletzt die Ansicht, dass es sich vielleicht schneller (und ergonomischer) tippen lässt, wenn man die Tasten anders legt als QWERTZ, die Effizienz sich aber gegenüber 10-Finger-QWERTZ nicht genug steigert, dass es die Trainingsstunden wieder wett macht. In gewisser Weise muss ich ihm auch Recht geben. Man stelle sich vor, ein Chef würde seine Sekretärin einen Monat lang täglich eine Stunde zum Schreibmaschienenkurs schicken. Bezahlter Zeitausfall + Kurs bezahlen. Anschließend dann kann sie statt 400 vielleicht 600 Anschläge und hatt ein paar mehr Pausen, weil der Chef eh nicht so schnell diktieren kann. Auch in meinem späteren Berufsleben als Informatiker ist es sicher völlig uninteressant, ob ich 300, 400 oder 500 mal pro Minute eine Taste treffe, weil ich eh 90% der Zeit damit beschäftigt bin zu überlegen, was ich schreibe.

Aber mal ehrlich: Was interessiert es einen Geek von heute, ob er Monate seiner Zeit dafür verschwendet hat seinen Computer neu aufzusetzen, wenn er doch weiß, dass das System danach optimal läuft? Es geht ja schließlich auch mit darum, dass man sich wohl fühlt. Ich bin ja noch jung (Jahrgang 1980), werde noch etliche Jahre vor meiner Tastatur verbringen und manche Sachen nerven halt tierisch! (und, der, zu, , der Name meiner Heimatstadt...) Das ist jedesmal wie ein Schlag ins Gesicht, mit der Aufforderung langsamer zu schreiben - das konnte (und kann) einfach nicht das wahre sein.

Irgendwann machte ich mir über die computerspezifischen Zeichen gedanken, die ja auch nicht so schlecht liegen sollten. Diese sind allerdings auf der Variante nicht berücksichtigt. Wieder auf der Suche fand ich keine so passende Lösung. Allerdings fand ich noch weitere Ergonomische Deutsche Layouts, u.a. die Meier Belegung und NEO. Letzteres gefiel mir von den Zielen und deren Umsetzung erstmal am Besten, besser noch als die lokalisierte Version von dvorak, die ja nur die Umlaute mit hereinnimmt vom Grund her aber noch für Englisch gemacht ist.

Da bimmelte natürlich eine Glocke in meinem Kopf: “Möglichst ein Standardlayout, überall verfügbar...” und ich ging wieder alle Layouts durch, die typischerweise bei einer Standardinstallation von Debian und Windows dabei sind. Leider kam ich zu dem Entschluss, dass die Menge der Layouts die auf meine Vorstellungen treffen geschnitten mit der Menge der verfügbaren Layouts die leere Menge ergibt. Selbermachen ist also schon vorprogrammiert. Da mir bei meiner Überlegung gleichzeitig bewusst wurde, dass auch das lokalisierte dvorak nicht mit Windows ausgeliefert wird, ich daher selbst das nachinstallieren müsste, wenn ich einmal gezwungen bin das Redmonter OS zu benutzen, (bei Linux ist da alles weniger problematisch) entschied ich mich die erlernten Fähigkeiten über den Haufen zu werfen und NEO zu lernen!

NEO

Es war im Mai 2004 als ich anfing die ersten ktouch-Lektionen zu tippen. Und wieder tat ich mich schwer mit dem Umgewöhnen. Qwertz ging ja immer noch relativ flink. Wenn die Zeit also knapp war (und sie ist war immer knapp) konnte ich es mir nicht leisten 10 Minuten für eine kurze mail zu investieren. Daher wurde auch hier das NEO lernen auf ktouch beschränkt, was natürlich nicht unbedingt vorteilhaft für die Lerngeschwindigkeit war. Insgesamt hab ich bestimmt 5 Monate gebraucht, bis NEO das Layout Nummer eins wurde.

Die Tastatur hab ich mir bis heute noch nicht überklebt. Beim Tippen schaue ich sowieso nicht drauf. Das einzige Problem ist, wenn ich im Blindflug tippe, da überleg ich dann schon manchmal, ob ich mir nochmal die Mühe mache. Aber ich bin zu faul und hab für solche Späße keine Zeit…

  • TODO 3. Belegung
  • TODO qwertz heute
  • TODO nerviges

...to be continued (Wegen momentanem akutem Zeitmangel werde ich leider nur sehr stückenweise schreiben können.)